Kurkuma und Curcumin: Das Gold der Gewürze

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Die Kurkuma-Pflanze (Curcuma longa), auch als Gelbwurz bekannt, ist ein zentraler Bestandteil der asiatischen Küche und traditionellen Medizin. Im Zentrum des Interesses steht dabei eine bestimmte Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen: die Curcuminoide, von denen Curcumin das bekannteste und am besten untersuchte ist.

Herkunft und Tradition

Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse und stammt ursprünglich aus Südasien. Genutzt wird der Wurzelstock (das Rhizom) der Pflanze. .

  • Gewürz: Das Rhizom wird getrocknet und zu dem leuchtend gelben Pulver vermahlen, das wir als Kurkuma kennen. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Curry-Mischungen.
  • Traditionelle Anwendung: In der Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Kurkuma seit Jahrtausenden verwendet, hauptsächlich aufgrund seiner Eigenschaften, die in den jeweiligen traditionellen Lehren beschrieben werden.

Was ist Curcumin?

Curcumin ist der Hauptvertreter der sogenannten Curcuminoide und der Inhaltsstoff, der für die intensive gelbe Farbe des Kurkumapulvers verantwortlich ist. Es macht in der Regel nur etwa 2 bis 5 Prozent des getrockneten Kurkuma-Rhizoms aus.

In der wissenschaftlichen Forschung hat Curcumin in den letzten Jahrzehnten erhebliche Aufmerksamkeit erregt. Studien, oft im Labor (in vitro) oder an Tieren, untersuchen eine Vielzahl von molekularen Mechanismen bis hin zur medizinischen Anwendung, die möglicherweise mit Curcumin in Verbindung stehen. 1

Kurkuma in der Küche

Kurkuma ist ein mildes, leicht bitteres und erdig schmeckendes Gewürz. Es verleiht Gerichten nicht nur eine appetitliche Farbe, sondern auch ein feines Aroma.

  • Bioverfügbarkeit: Ein wichtiges Thema ist die sogenannte Bioverfügbarkeit von Curcumin. Das bedeutet, wie gut der menschliche Körper den Stoff aufnehmen kann. Curcumin wird in seiner Reinform nur schlecht über den Darm in den Blutkreislauf aufgenommen. Ein zentrales Problem bei Kurkuma Pulver ist seine geringe Löslichkeit, schlechte intestinale Permeabilität, Instabilität bei alkalischem pH oder schneller Metabolismus. Diese Faktoren tragen zu einer geringen Bioverfügbarkeit von Curcumin bei, welches sein Potenzial bei einer oralen Applikation limitiert. In den letzten Jahren wurden zunehmend verschiedene Formulierungen bei Nahrungsergänzungsprodukten entwickelt, die diese Probleme angehen und somit eine deutlich bessere Bioverfügbarkeit ermöglichen. (2, 15, 16)
  • Tipp für die Küche: Um die Aufnahme zu verbessern, wird Kurkuma in der indischen Küche traditionell oft in Kombination mit Fett (Öl) und schwarzem Pfeffer verwendet. Der Inhaltsstoff Piperin aus dem Pfeffer kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin im Körper erhöhen.

Aktuelle Forschung

Die Forschung zu Kurkuma und insbesondere Curcumin ist sehr aktiv. Wissenschaftler untersuchen kontinuierlich, welche Rolle Curcumin in verschiedenen biologischen Prozessen spielen könnte.3-14,17

Wichtig: Die meisten der vielversprechenden Ergebnisse stammen aus Grundlagenforschung und klinische Studien am Menschen sind noch im Gange oder in frühen Phasen. Es ist entscheidend, die Ergebnisse der Forschung stets kritisch zu betrachten und nicht voreilig auf den menschlichen Alltag zu übertragen.

Referenzen

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